Zusammensetzung von Boilies

Woraus bestehen nun diese Wunderkugeln ? Alle Karpfenangler kennen Boilies, doch ist deren Zusammensetzung kaum bekannt, das liegt auch daran, dass viele Hersteller keine Angaben zu den Inhaltsstoffen auf den Verpackungen anbringen, dort zählt in erster Linie der ausgefallene Produktname, der Preis und der Geruch.

Zuerst war der Gedanke der, das ein Boilie mehr Nährwert und Nutzen für den Karpfen hat als die natürliche Nahrung im Wasser. Demnach sollten Boilies bevorzugt aufgenommen werden. In der Praxis hat sich diese Theorie immerwieder bestätigt, zumal Boilies minderwertiger Qualität eine schlechte Ausbeute brachten.

Ein guter Boilies sollte folgende Kriterien aufweisen:

im Wasser wahrnembar
guter Geschmack
verdaulich
hoher Nährwert
biologisch abbaubar

Wie erreichen wir nun, das alle diese Kriterien erfüllt werden ? Beginnen wir mit der Wahrnehmung. Da der Fisch im Wasser lebt, kann er auch nur Futter wahrnehmen, welches im Wasser löslich ist. Er schmeckt es, doch kann er es fast nicht riechen. Fast alle Zutaten sind löslich, die einen mehr oder weniger, mit einen gewissen Anteil an Fischmehl erreichen wir bereits eine hohe Wahrnehmung durch den Fisch, lösliche Fischproteine und Fischmehle sind der Attraktor schlechthin, auch wird das Futter sofort als fressbar identifiziert.

Nachdem der Karpfen unsere Kugeln gefunden hat, wird er diese aufnehmen, prüfen und fressen. Wir wissen das Karpfen süße oder würzige Zutaten bevorzugen, daher ist ein Gewisser Anteil an Süßstoffen zielführend, ich verwende immer Süßstoff, egal welche Geschmacksrichtung die Kugel durch die einzelnen Zutaten aufweist. Im Frühjar hat sich ein höherer Anteil an Süßstoff im Köder bewährt, im Sommer und Herbst genügt die hälfte der Dosierung.

Weitere gute Zutaten wären zB Chilli, Curry und Robin Red.

Nachdem der Karpfen nun unseren Boilie gefressen hat, muß er natürlich die Ballaststoffe wieder loswerden, auch hier ist es von Vorteil, den Vorgang zu beschleunigen, dies erreichen wir durch die Zugabe von Bierhefe. Wenn der Köder nur schlecht verdaut wird, laufen wir Gefahr, das dieser nicht auf Dauer gefressen wird.

Der Nährwert stellt den Schlüssel auf Langzeiterfolg dar, unser Boilie sollte demnach ein ausgewogenes Verhältnis an Proteinen,Fetten,Kohlenhydraten,Vitaminen und Mineralstoffen aufweisen. Wenn wir von beginn an mit guten Zutaten arbeiten, sollten wir die Anforderungen ohne viel Berechnung erfüllen, der Boilie wird auch dann gerne genommen, wenn unser Mixrechner evtl etwas anderes sagt.

Es ist erwiesen das Fischmehl alle Kriterien am besten erfüllt, daher würde ich nie wieder ein Boilie ohne einen gewissen Anteil an Fischmehl herstellen.

Wir sollten auch bedenken, das unser Boilie evtl nicht gefunden wird und sich im Wasser zu 100% abbauen lässt, mit der Zugabe von Konservierungsmittel wird dies kaum möglich sein. Immerhin will ich die Gewässer nicht noch mehr durch mein zutun belasten.

Ein paar erfolgreiche Mischungen können wie folgt zusammengestellt werden (abhängig von der Jahreszeit und Futterbedarf):

Frühjahrsmix:
30% Fischmehl LT-94
15% Maismehl
10% Hanft geröstet
10% Weizenkeime
10% Sojamehl vollfett geröstet
10% Weizenmehl
5% Fischmehl vorverdaut
5% Krillpowder/L030
5% Eialbumin

Sommermix:
15% Polenta
15% Grobes Maismehl
10% Sojamehl vollfett geröstet
15% Weizenmehl
30% Fischmehl LT-94
10% Fischmehl vorverdaut
5% Eialbumin