Wenn es läuft

Sommerferien, heißes Wetter und gierig aufs Angeln mit der Familie. Nachdem wir unsere Italien Session wegen Zahnschmerzen abbrechen mussten suchten wir nach einer Alternative nach dem es meiner Frau wieder besser ging. Wie heißt es immer so schön? Wer suchet der findet! Nach einem Tief muss auch wieder mal ein Hoch kommen und so fanden wir in Tschechien eine See und sofort kontaktierte ich den Betreiber dort ob er einen Platz für 4 Tage frei hat. Groß schätzte ich unsere Chancen nicht ein in den Sommerferien so kurzfristig was zu bekommen, jedoch hatten wir Glück und tatsächlich war ein Platz frei. Noch am gleichen Tag packten wir (viel war ja nicht zum Packen alles bis auf die Lebensmittel war noch fertig von Italien) und fuhren gegen Mittag los zum See. Kurz zum See. Die Wasserfläche beträgt ca.18ha und weist Tiefen auf zwischen 1 und 6m auf.

Als wir ankamen gab es kurzen Smaltalk und bereits von der Hütte sah ich einen Platz der frei war und dachte mir schon das dieser meiner ist, was sich beim Reden mit dem Betreiber auch bestätigte. Es gefiel mir sehr gut, denn es war eine Bucht und gegenüber von mir konnte niemand sitzen. Die Plätze hier sind nur mit dem Boot zu erreichen und so beluden wir mein eigenes Boot und eines vom Teich und movten zum Platz. Dort angekommen bauten wir alles auf. Das Ufer war sauber und gepflegt mit Bäumen wo wir auch einen Schatten für unsere Bivvys fanden. Fängt doch gut an dachte ich mir und als das Camp stand montiere ich mein Echolot und es ging mal ab an die Gewässerkunde. Etwa 50m vom Ufer entfernt hatte es 1m und plötzlich kam ein Abriss auf 1.9m und mit meinem Groundstick verschaffte ich mir einen Überblick vom Gewässer Boden der an dieser Stelle nicht sehr hart war. Jedoch auch nicht schlammig, sondern normal aufgeweicht vom Wasser. Das gefiel mir sehr gut. Da das Setzen von Marker hier verboten ist speicherte ich mir diesen Punkt am Echolot ein und suchte weiter. Es ging auf zum Ufer gegenüber welches mit großen Schilfgürtel bewachsen war. Dieser Schilfgürtel hatte kleine Buchten die ausgefressen waren von den Fischen was mich ebenfalls ansprach. Mein Garmin Echolot zeigte eine Tiefe von 1.5m und ich stieg hier vom Boot aus und ging dem Schilfgürtel entlang. Nichts besonders, keine Unebenheiten und sehr harter Untergrund. Mit der Hand holte ich Proben aus dem Boden und teilweise waren geknackte Muscheln dabei und am Schilf waren sehr viele Spitzkernschnecken zu sehen. Also natürliche Nahrung ist hier genügend vorhanden und auch meine Black Tuna und SweetGoldHNV Boilies sollten hier von den Fischen gut angenommen werden. Auf diesem Ufer brauchte ich mir nichts speichern denn ich fütterte hier einfach auf einer Breite von 40m eine Futterstraße von Partikel, MethodMix und Boilies. Beim Zurückfahren vom anderen Ufer schaute ich mir noch den Einlauf vom Bach an, der zwar so gut wie kein Wasser brachte aber überwuchert mit Seerosenfelder und überhängend Bäume was für mich sofort ein guter Spot war. Jedoch musste ich feststellen das es hier extrem viel Schlamm gab. Eine Schicht von guten 60cm war hier zu finden und es blieben noch ca. 50cm Wasser. Sollte reichen dachte ich mir, einfach längere Vorfächer fischen und vielleicht auch Pop Ups. Zurück am Angelplatz angekommen standen auch schon Kaffee und Kuchen bereit und meine Jungs haben die Ruten, RodPod usw. schon fertig montiert gehabt. Perfekt wenn jeder weiß was er tut ist es für mich die halbe Arbeit und so legte ich die Rute am Abriss zusammen mit meinem Sohn ab, dann ging es weiter zum Bacheinlauf und die Ruten zum Schilfgürtel der etwas 120m vom Angelplatz entfernt war, konnte ich gut mit meinen Ruten werfen. So nun war alles soweit vorbereitet und die Bissanzeiger waren scharf. Es brach die Dämmerung herein und die Rute von meinem Sohn Pascal lief als erstes ab welche ich am Abriss abgelegt hatte. Bis jetzt verlief alles perfekt und so kann es bleiben dachte ich mir. Mein Sohn konnte einen schönen Schuppi sicher im Kescher landen und nach dem Fotoshooting durfte er wieder zurück. Da ich mit dem Boot jetzt keine Unruhe mehr machen wollte und ich wusste wo sich der Spot am Abriss befand habe ich beschlossen die Rute zu werfen. Nicht so einfach mit 10ft Ruten aber machbar. Nach etwas plaudern fielen wir alle in den Schlaf und die Nacht verlief ruhig.

Am nächsten Morgen gegen 6 Uhr weckte mich mein Beschützer der seine Runde machen wollte. Mein Hund und ich gingen eine Runde und am ganzen See war es noch nichts los. Alle waren noch im Tiefschlaf als ich plötzlich von der Ferne meinen Fox Bissanzeiger hörte, jedoch war ich der einzige wie es aussah, denn weder meine Frau noch meine Kinder nahmen die Rute auf. Nun begann der Morgensport und ich sprintete zu meiner Rute und so ca. 10m davor sprang mein Sohn auf und nahm die Rute. Hahaha sagte ich, war das jetzt abgemacht oder wolltest mich testen wie fit ich um 6 Uhr morgens bin! Er schmunzelte und drillte einen wunderschönen Carp ans Ufer. Ich kescherte ihn und wünschte ihm ein kräftiges Petri Heil. Ich freute mich sehr für ihn das er so schöne Fische fängt. Da er noch sehr jung in der Angelszene ist und noch nicht viel Erfahrung hatte, machte er seinen Job ganz gut. Nun zeigte die Uhr 6.45 Uhr an und was eben Männer so machen wenn sie alleine sind, wir weckten einfach alle auf und die verschlafenen Gesichter meiner restlichen Familie waren nicht so erfreut darüber. Was solls, auch Spaß muss sein sagten wir und wir richteten das Frühstück her. Doch wie es immer so ist, dann wenn man es nicht erwartet lief wieder eine Rute ab. Dieses Mal die beim Bacheinlauf bei den Seerosen. Dieses Mal durfte mein Sohn Leon die Rute annehmen und auch er konnte einen kleinen aber schönen Carp landen und die Freude war groß. Funkelnde Augen uns so kann ein Tag beginnen, das war von seinem Gesichtsausdruck abzulesen. Wieder legten wir die Rute aus und genossen einfach die Ruhe, die Sonne und das gute Frühstück was meine Frau serviert hat. So lässt es sich leben und jeder von Euch kennt sicher das Gefühl.

Noch vor einer Woche saßen wir in Italien und mussten abbrechen. Das ganze Tackle schleppen bei Temperaturen von 39 Grad und dann leider abbrechen müssen. Jetzt war das Glück wieder mal auf unsere Seite und der Tag verlief ruhig. Ca. alle 4h fütterte ich die Spots an und gegen 18 Uhr lief wieder eine Rute ab. Dieses Mal war es meine und mein Sohn kescherte mir diesen Carp sicher. Noch während wir diesen Fisch versorgten liefen plötzlich 2 Ruten auf einmal ab. Doppelrun, was für eine geile Sache und meine beiden Söhne drillten die Carps ans Ufer. Sowas erlebten sie zum ersten Mal und sie konnten es kaum glauben. Ist auch für mich nicht an der Tagesordnung so ein Doppelrun. Gefällt mir sehr gut wie es hier läuft. Besonders für meine Kinder war es ein toller Erfolg denn sie kennen auch die Sessions wo man Stunden vielleicht auch Tage auf einen Biss wartet. Jetzt lernten sie auch mal die andere Seite kennen. Papa legen wir gleich wieder neu aus sagten sie mir. Da weiß man als Vater was man zu tun hat, wenn es läuft. Aber was tut man nicht alles damit die Kids Freude am Angeln haben. Alles fertig ausgelegt und ich stieg gerade aus dem Boot, noch die Rute in der Hand hatte spürte ich das die Schnur auf Spannung ging. Nein nicht wirklich dachte ich mir und jedoch war es so und ein Carp konnte es nicht erwarten bis ich fertig abgelegt hatte und nahm sich meinen SweetGoldHNV Boilie. Er fühlte sich gut an und ich war mir sicher, dass es der größte Fisch bei diesem Trip bis jetzt sein würde, was sich dann auch bestätigte als er in meiner Carp Cradle lag. Hammer Carp und das Shooting begann. Dieser Fisch kratze an der 20kg Grenze und daher gab es das eine oder andere Foto mehr. Natürlich freute ich mich riesig über diesen Fisch. Dieses Jahr werde ich richtig belohnt mit großen Fischen. Oder ist Erfolg kein Zufall. Jeder soll sich da seine eigene Meinung dazu bilden. Als wieder etwas Ruhe eingekehrt war besuchte uns der Betreiber der Anlage und teilte mir mit, dass er den einen oder anderen Drill von uns schon von der Hütte aus beobachten konnte und andere Angler über uns erzählten und sahen das wir regelmäßig fangen. Heißt jetzt nicht das die anderen nicht fangen aber wir lagen deutlich darüber. So teilte er mir das mit und ich erzählte ihm vom letzten Fisch und er freute sich mit uns. Da er schon da war habe ich ihn gleich zum Abendessen eingeladen und wir plauderten über viele Sachen.  Nun war es auch schon spät geworden und die Nacht blieb wieder ruhig. Täglich grüßt das Tier und punkt 6 Uhr sprang mein Hund auf meine Liege und weckte mich. Wir traten unsere Runde an und hoffte das nicht in diesem Augenblick wieder eine Rute abläuft. Dieses ist nicht eingetreten und auch der Vormittag blieb still und wir fütterten brav in unseren Zeitabständen von 4 Stunden weiter. Wieder exakt um 18 Uhr lief eine Rute ab und Pascal konnte wieder einen schönen Carp an Land ziehn. Am Wasser vergeht die Zeit einfach zu schnell und so brach auch die letzte Nacht an und am Tag der Abreise konnten meine Söhne am Tag noch 4 schöne Carps landen. Es war ein perfekter Abschluss und eine gelungene Session. Nicht immer läuft alles nach Plan, jedoch wenn es dann so Eintritt ist es um so Aufregender und schöner. Zusammen mit der Familie diese Erlebnisse zu teilen sind für mich ganz besondere Momente.

So das wars wieder von mir.

Wünsche Euch allen gute Fänge und schaut in unserem Shop www.boiliemaschine.atvorbei.

Moser Günter