Gute Vorbereitung, dennoch kam alles anders.

Es war eine warme August Nacht als ich mit meiner Familie aufbrach zu einem geplanten 3-wöchigen Trip nach Italien am Po um mich dort auf Carps, Amur und Waller auf die Lauer zu legen. Mein T5 Bus samt großem Kofferanhänger waren beladen mit Tackle, Futter, Lebensmittel und allem was man für 3 Wochen braucht. Das Camp kenne ich schon einige Jahre und der Camp Betreiber hatte im August geschlossen was hieß, dass ich alleine in seinem Camp bin. Alles war perfekt geplant mit ihm. Mais zum Kochen war bereitgestellt für die erste Woche sowie das Hauptboot und Beiboot. Mit der Anreise ging es nachts um 2 Uhr los richtig Wien wo ich frische Boilies abholte. Für diese Session hatte ich Black Tuna Boilies mit die ich etwas härter machen lies. Danach ging es direkt weiter zu der Firma Rigbee in Graz wo ich neue Batterien abholte und nach kurzem Smalltalk rief auch schon mein Kumpel Markus Rosenberger vom Carphunter&Co Shop in Lieboch an wann ich bei ihm bin. Die Firma Rigbee und den Carphuntershop trennen nur ca. 5min Autofahrt und so war ich auch gleich da wo ich bestelltes Tackle noch abgeholt habe. Und wer kennt das Problem nicht? Aus einem Angelshop zu gehen ohne was zu kaufen. Tja ich kann das leider nicht und bei der Ankunft gab es gleich mal frischen Kaffee und wir plauderten über unseren Trip und der letzten gemeinsamen Session. So verging die Zeit zu schnell und es wurde Zeit so gegen 9 Uhr Richtung Kärnten zu reisen wo mich der Camp Betreiber bei ihm zu Hause erwartete. Hier lieferte ich Boilies ab und es war schön nach einigen Monaten die ganze Familie wieder mal zu treffen um kurz zu plaudern. Nachdem wir alles besprochen hatten ging unsere Reise gegen 11 Uhr an das endgültige Reiseziel in Italien am Po nähe Sissa. Die Reise verlief eigentlich Problemlos außer, dass wir bereits 38 Grad hatten und wir kurz vor dem Ziel waren. Leider ist die Brücke Casalmaggiore noch immer gesperrt und so ging es über Parma zum Camp. So gegen 17 Uhr sind wir dann im Camp angekommen und nach einer sehr langen Anreise und heißen Temperaturen ging es mal ab unter die Dusche. Danach machte ich mich trotz Müdigkeit gleich ans Maiskochen. Ein großer Dämpfer stand mir im Camp zur Verfügung und Holz holte ich mir von den Wäldern im Umkreis was da zu genüge rum liegt.

Während der Mais kochte, saß ich, meine Frau und meine Kinder im Camp und genossen beim Abendessen einfach nur die Ruhe und Stille was wie immer hier sehr entspannend war. Danach bereiteten wir unsere Schlafmöglichkeit her es dauerte auch nicht lange bis wir im Schlaf versunken sind. Auch nachts war es sehr warm und etwas Abkühlung kam erst so gegen 4 Uhr früh bis ca. 8 Uhr wo mich dann auch schon mein Hund weckte. Nach einem kleinen Spaziergang mit ihm begab ich mich sofort wieder zum Dämpfer um den fertigen Mais in Fässer zu füllen und somit wieder neuen zu kochen. Für 9 Uhr war das kranen des Bootes ausgemacht und ich fuhr zur Slip stelle die nur 2min mit dem Auto entfernt war. Hier angekommen erwartete mich schon der Hafenmeister und wir kranten zusammen zuerst das Beiboot und dann das Hauptboot. Danach fuhr ich gleich mit dem Boot zurück ins Camp um sich das Frühstück in den Gaumen zu stoßen um anschließend mal mit dem Boot auf den Fluss zu fahren um geeignete Angelstellen zu finden. Ist nicht so easy was zu finden wo zugleich sinnvoll auf Karpfen, Amur und Wels zu geangelt werden konnte. Doch nach einigen Stellen entschied ich mich trotz Hitze auf einer Sandbank mein Lager aufzuschlagen die hier einen Knick machte. Die Strömung zog außen vorbei und es waren Tiefen von der Strömungskante mit 2,5 bis 1,20m wo das Wasser einen Dreher hatte und danach in Schritttempo sich flussabwärts bewegte. Also für Waller war ich mir aus Erfahrung sicher das es hier passen würde, denn der Fluss war voll mit Meeräschen und die stellen sich nachts eben da ins ruhige Gewässer rein und die Waller folgen. Auch für Amur sollte es hier nach ein, zwei Tagen massiven Füttern gut werden. Das hier nur wenige Carps unterwegs sein werden dachte ich mir aber ich ging das Risiko ein und nach einem kurzen Gespräch mit meiner Familie waren wir uns alle einig das wir hier die nächsten Tage bleiben werden.

Wir fuhren zurück ins Camp um den Mais wieder in Fässer zu schaufeln und wieder kochte ich gleich neuen. Nun hatte ich bereits 50kg fertigen Mais und am späteren Nachmittag entschlossen wir uns wieder an die Sandbank zu fahren. Heute ist Freitag und aus Erfahrung weiß ich das am Sonntag ziemlich viel los ist am Fluss, daher kam ich zum Entschluss mal für 3 Tage nicht zu angeln und nur zu füttern. So waren wir an der Sandbank angekommen und wir verbachten den Nachmittag mit Baden, Entspannung und das Wasser zu beobachten. In der Dämmerung begannen wir dann zu füttern bevor uns die Moskitos zernagelten. Wir schütteten eine lange Straße entlang der Strömungskanten bis hin zum Dreher. Gleich darauf ging es zurück ins Camp, wir duschten, es gab Abendessen und da wir die Hitze nicht gewohnt waren, waren wir auch wieder ziemlich schnell ermüdet und fielen in den Schlaf. Um 6 Uhr morgens begann das gleiche Spiel mit dem Mais wieder für mich. Den fertigen in die Fässer zu schaufeln und neuen zu kochen. Gegen Mittag bei 39 Grad entschlossen wir uns an den Fluss zu geben und wieder den gekochten Mais und heute auch schon mit Boilies zu füttern. Am Fluss traf ich dann einen einheimischen Bekannten und zwar Mario der für Zeck-fishing unterwegs war. Er teilte mir mit das es zurzeit sehr sehr schlecht lief, egal ob auf Waller, Carps oder Amur. Wir hatten eine Wassertemperatur von 28 Grad und das im Hauptfluss. Daher blieb uns nichts übrig als zu probieren. Er zeigte mir einige seiner Fänge im Fluss von Frühjahr und da waren einige gute Fische dabei. Was für ein Glückspilz dachte ich mir, dass er so nah am besten Fluss Europas wohnte und eigentlich täglich darauf unterwegs sein kann. Wir fuhren alle wieder ins Camp und ich machte noch Smalltalk mit Mario bei einem kühlen österreichischem Radler der ihm sehr schmeckte. Am Abend war mein Mais bereits auch wieder fertig und ein neuer wurde aufgesetzt. Wir gingen am Po Damm abends noch etwas spazieren und schon den ganzen Tag ging der Gedanke in meinem Kopf herum bereits am Sonntagmittag an die Sandbank zu fahren um das Camp aufzuschlagen. Doch das Risiko war sehr groß das diese an einem Sonntag belegt war mit einheimischem Angler oder Bootsfahrer zum Baden, da diese Stelle nahezu perfekt ist mit dem Boot da anzulegen. Am nächsten Morgen war die Geilheit auf das Angeln schon so groß, da ja der tolle Erfolg vom Vorjahr wieder hochkam, dass wir uns entschlossen das Boot zu beladen und uns auf den Weg zum Angelplatz machten. Da dieser Platz nur ca. 5 Minuten mit dem Boot vom Camp weg war und wir auf halber Strecke waren sah ich auf der Sandbank leicht was schillern. Ohh Shit dachte ich mir und je näher ich kam um so mehr bestätigte sich meine Befürchtung das diese belegt war. Und genau so war es. Was für eine Schei…. dachte ich mir. Aber ich muss es so akzeptieren denn ich bin hier der Gast in diesem Land. Auch wenn mir das zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht in meinen Plan passte. Denn das ganze Trinken was ein gekühlt war und der Gaskühlschrank voll mit Lebensmittel bei 39 Grad am Fluss war das so ziemlich das schlechteste was uns gerade passieren konnte. Zurück ins Camp und wieder alles ausladen wollte ich nicht, bin aber auch selber Schuld denn ich wusste es das das Risiko hoch war am Sonntag den Platz nicht zu bekommen. Daher entschloss ich mich gleich nach der Steinschüttung rechts im Schatten ins Naturufer zu setzen bis die wieder weg waren. Schnell schloss ich den Kühlschrank ans Gas an und so verweilten wir hier und verbrachten 2 Stunden auf diesem Platz mit schwimmen und relaxen. Als ich zu sehen bekam das dieses Boot am Wegfahren war fuhr ich sofort mit dem Boot zum Platz und wir bauten bei extremer Hitze unser Camp auf. Der Sand war so heiß, dass es unmöglich war ohne Schuhe da zu laufen. Als alles soweit fertig und die Köder ausgelegt waren, kühlten wir uns im Wasser wieder ab. Glaubt mir, es gibt nichts schöneres als unter den Ruten im Wasser zu liegen und es einfach zu genießen.

Diese Stille und dem warten was kommt. In der Dämmerung fingen die Welse an zu rauben und es war ein Spektakel was da abging. Sie raubten in die Meeräschen schwärme und das ganze dauerte so ca. 2 Stunden. Danach war nur noch vereinzelt was zu hören. Aber in dieser Zeit wo sie aktiv waren ging es richtig zur Sache. In dieser Nacht hatte ich 6 Ruten ausgelegt auf Amur und Karpfen, jedoch verlief die Nacht wie erwartet sehr ruhig. Am nächsten Morgen schüttete ich wieder Mais und Boilies und mein Sohn bekam am Vormittag einen Vollrun. Jedoch war es sein erster Flussfisch und hier läuft es nun mal anders wie am See und daher schlitze dieser leider kurz nach dem aufnehmen der Rute aus. Das ist Angeln sagte ich ihm und traurig blickte er mich an und wir legten die Rute neu ab. Nach dem Mittagessen machten wir es uns wieder im Wasser gemütlich denn es war kaum auszuhalten am Ufer. Man darf nicht vergessen eine Sandbank bringt keinen Schatten. Im Gegenteil, hier wärmt auch noch der Sand mit, jedoch mit dem immer wieder abkühlen bringt man die heißen Sonnenstunden unbeschadet vorbei. So gegen 17 Uhr fuhr ich dann mit dem Boot wieder ins Camp um den fertigen Mais abzuholen und ich kochte wieder neuen. So 50kg Mais pro Tag und 10kg Boilies hatte ich auf meinem Plan denn ich bisher ganz gut eingehalten hatte. 3 Stunden später kam ich wieder zurück an die Sandbank und meine Frau teilte mir mit das kein Biss war in der Zeit wo ich weg war, jedoch klagte sie mit leichten Zahnschmerzen. Und gut das man vorher nicht weis was einem am nächsten Tag erwartet. So schliefen wir diese Nacht wieder sehr ruhig ohne Fisch durch. Am nächsten Tag war es etwas bewölkt und die Sonne drückte nicht so intensiv runter, dennoch war es etwas schwül und es schien so als ob ein Gewitter aufziehen würde. Aus Erfahrung weiß ich das so ein Gewitter in Italien auf einer Sandbank sehr sehr heftig werden könnte. Immer wieder klagte meine Frau das ihre Zahnschmerzen samt Medizin nicht leichter wurden und je später es wurde um so intensiver wurden die Schmerzen bis es nicht mehr zum Aushalten war. Schnell war mir klar, dass ich was unternehmen musste und so suchte ich auf Google das nächste öffentliche Krankenhaus. Es spuckte mir eines in Parma aus das Non Stop offen hatte. Die Entscheidung war nicht einfach alles alleine auf der Sandbank liegen und stehen zu lassen und Kinder samt Frau und Hund ins Boot zu laden und ab nach Parma ins Krankenhaus in der Hoffnung das sie was machen können. Dort angekommen teilten wir mit das meine Frau starke Zahnschmerzen hatte jedoch wurde dies hier nur mit Schulterzucken angenommen und es gab keine wirkliche Hilfe. So was nun!!! Sollte nach 4 Tagen unser Urlaub hier zu Ende sein? Ja das war er leider denn wen die Schmerzen so groß sind das die Tränen kommen und ich weiß das die Zahnschmerzen sehr unangenehm sind entschlossen wir hier abzubrechen. Wir hofften das wenigsten noch unser ganzes Tackle auf der Sandbank zu finden war und ja das war es.

Um 2 Uhr nachts begann dann der Abbau auf der Sandbank und es war echt die Hölle zu dieser Zeit alles ins Boot zu laden, ins Camp zu bringen und dann noch im Bus und Hänger zu verladen. Als dies alles geschehen war und alle sehr Müde waren begann erst die richtige Hölle, nämlich die Reise nach Hause mit einer Fahrzeit von knapp 9 Stunden mit starken Zahnschmerzen. Jedoch blieb nichts anderes übrig und wir sagten Goodbye Italia. Meine Frau hatte starke Schmerzmittel genommen die aber nur minimal Wirkung zeigten und zum Glück konnte sie beim zurück fahren etwas schlafen und gleich als wir ankamen ging es ab zum Zahnarzt und der musste ihr den Weisheitszahn ziehen und nach 2 Tagen ging es wieder besser. Alle waren etwas traurig das wir diese Session abbrechen mussten. Trotz all dem geht die Gesundheit vor und wir freuen uns auf 2019. Für alles die am Wasser sind, wünsche ich viel Gesundheit und ein kräftiges Petri Heil.

Moser Günter