Bad beginning – perfect session

Es war ein Montag im Juli als ich meinen Multivan fertig beladen hatte und meine Kinder bereits im Auto saßen. Meine Frau und ich sahen im Haus noch nach ob wir was vergessen hatten. Plötzlich kamen die Kinder rein und sagten: „Papa im Bus hat es hinten einen Knall gemacht und die Scheibe ist kaputt“! Ich antwortete nur: Das ist wieder einer von euren schlechten Scherzen, doch ich merkte an den Gesichtern, dass es doch ein anderes Grinsen war als sonst. So ginge ich raus um zu sehen was passiert ist. Als ich beim Auto war traute ich meinen Augen nicht. Die hintere Scheibe war komplett zerrissen. Zum Glück war meine Scheibe mit Folie getönt so dass die Scheibe nicht zerfallen war. Ich dachte mir: Na super, jetzt können wir zu Hause bleiben. Wo bekomme ich an einem Montagmittag eine Scheibe her? Um 16 Uhr hatten wir Platzübergabe und ca. 3 1/2h Fahrzeit liegen noch vor uns. Ich hörte eine Motorsense mähen und sofort zählte ich 1 + 1 zusammen und ich sah mir die Fensterscheibe genau an. Da war der Einschlagpunkt von einem Stein zu sehen. Sofort machte ich mich zum Arbeiter der die Motorsense bediente und zeigte ihm den Vorfall. Tja leider sprang da beim Mähen ein Stein weg genau in meine Scheibe vom Multivan und zerschmetterte sie wo wir uns auch sofort einig waren. Toll, der Urlaub fängt ja schon gut an. Ich rief meine Werkstatt an und fragte wie schnell er eine Scheibe bekommen kann und wann er sie einbauen könnte. Nach 10min rief er mich zurück und teilte mir mit, dass er das Teil in 2h hat und ich gleich kommen kann. Perfekt, wenigsten etwa und so verschob sich meine Session um einen Tag. Am nächsten Morgen holte ich meinen Bus wieder von der Werkstatt ab und es ging endlich an den Baggersee nach Tschechien. Die Fahrt war problemlos, zwar mit einigen Baustellen und Umleitungen. Nach 3h Fahrt waren wir kurz vorm Ziel als wir plötzlich auf einer Straße waren wo Fahrverbot war und das Navi sagte: Sie benötigen eine besondere Genehmigung auf dieser Straße. Was nun dachte ich mir, die Straße ging zwar weiter, aber auf einen Parkplatz und dann waren Schranken. Das kann nicht ganz stimmen und so sah ich auf Maps nochmal nach. Alles Ident und die Wegbeschreibung passte auch wie auf der Website des Betreibers vom See. Zum Glück waren da noch die Koordinaten angegeben mit dem ich mein Navi fütterte und so stellte sich heraus das es doch nicht ganz richtig war. Einfach eine Einfahrt verpasst die wir gleich gefunden hatten und so waren wir nach 5min Fahrt auf Schotterweg am Ziel angekommen. Hier war auch schon der Besitzer vom Teich und er zeigte mir wo wir das Tackle ausladen konnten und dass dieser Punkt die Zentrale ist. Die meisten Plätze sind nicht mit dem Auto erreichbar, sondern hier ist noch Wildnis pur und daher musste man alles mit dem Boot zum Angelplatz bringen. Natürlich half der Besitzer dort mit, er hatte einen Benzin Außenborder dran und da ich mit meiner Familie unterwegs war hatten wir auch einiges an Tackle mit für die nächsten 6 Tage. Da ich mein eigenes Boot mit hatte beluden wir sein und mein Boot so gut es ging. Er musste 2x mit dem ganzen Gespann fahren. Doch das schlimmste war, als wir das erste Mal die beiden Boote beladen hatten und mitten am See fuhren, fing es an wie aus Kübeln zu regnen. So eine Schei…., jetzt war alles Nass, und ich meine damit auch wirklich alles, Liegen, Schlafsack, Bivvy, teilweise Kleidung usw.. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir nicht ob wir weinen oder lachen sollen. Doch wir blieben beim Lachen und machten das Beste daraus. Schnell luden wir alles aus und meine Frau blieb am Angelplatz und baute schnell das Versorgungsbivvy und das Bivvy zum Schlafen auf. Ja liebe Leser, meine Frau kann das ganz alleine. Das ist eben MEINE Frau, hier mal ein ganz besonderes Dankeschön mein Schatz. Ich fuhr zurück mit dem Besitzer um das restliche Tackle zu holen. Meine Kids waren so lange im Auto und zum Glück wurde der Regen immer weniger.

Als wir nun alle am Angelplatz angekommen waren, standen schon beide Bivvys und wir halfen alle schnell zusammen damit unser Camp fertig wurde. Nun war es auch schon 18 Uhr geworden als alles so weit fertig war und meine Frau und ich fuhren unseren Angelabschnitt ab um verschiedene Spot´s zu suchen. Schnell sahen wir, dass es sehr schnell sehr tief wurde und sofort war mir in meinen Gedanken wieder die letzte Session wo sich ich und mein Angelpartner etwas im Platz geirrt hatten nur, dass es dieses Mal noch ein wenig extremer war. Denn ca. 20m vom Platz weg hatten wir eine Tiefe von 20m und es ginge vom Ufer Teilweise steil abwärts ohne Kanten dazwischen um sich hier einen Spot anzulegen. Trotzdem fanden wir aber in Schilfnähe 2 Spots die wir am Echolot mit GPS speicherten die zwischen einer Tiefe von 5 bis 8m waren. Dann fanden wir noch weiter entfernt im See einen Spot wo es von 18m auf 8m hoch ging. Diese beschlossen wir zwei Tage nur zu füttern ohne darauf zu angeln, was sich dann als Erfolg herauskristallisierte.

Einen weiteren fanden wir in Ufernähe von 4 auf 6m wo wir uns einen Stab-Maker setzten. Knapp 2h waren wir am Wasser erkunden, hier lasse ich mir immer besonders viel Zeit um alles so gut wie möglich zu erkunden. Schließlich soll das ja auch Fische bringen und das ein paar Tage lang. Am Ufer angekommen bereitete ich einen Robin Red Method Mix vor, gemischt mit Pellets und als Zusatz eine Bloodworm Liquid. Hier bereitete ich 15 kugeln in Apfelgröße vor welche ich auf den Spod´s verteilte. Dazu fütterte ich gemischt SweetGoldHNV Boilies in 16 und 20mm welche ich weitflächig streute. Ich legte die Montagen Punkt genau ab welche ich mit SweetGoldHNV, SquidRedHNV und Black Tuna beködert waren.

Als alle Ruten ausgelegt waren und wir gerade das Abendessen genossen lief plötzlich eine Rute in Schilfnähe ab. Was für ein Vollrun, kein Piepser vorher, einfach Vollgas. Sofort war ich bei meiner Rute und nahm auf. Der Fisch fühlte sich gut an und schwamm sofort ins Freiwasser. Zum Glück nicht ins Schilf und so konnte ich diesen Fisch gut vom Ufer aus fertig drillen. Wieder stellte sich heraus das die Baggersee Fische mehr Power haben als andere. Zum ersten Mal zeigte sich der Schuppi auf der Oberfläche und ich konnte diesen sicher landen. Perfekter Anfang und ich war happy mit diesem schönen Carp. Bestens versorgt durfte er wieder zurück in sein Element und ich fuhr meine Rute neu aus und legte sie wieder am Spot ab. Ich war gerade zurückgekommen, stieg vom Boot aus, legte sie ab und auf einmal lief die gleiche Rute wieder ab und ich entschloss mich diesen Fisch vom Boot aus zu drillen. Ich freute mich sehr, dass es gleich meine neuen Ruten in 10ft und 3Lbs waren die ich bestens mit zwei tollen Fischen einweihen konnte. Ein großes Dankeschön hier an meinen Rutenbauer Andre Lang der perfekte Arbeit geleistet hat und die Rute Exakt auf mich abgestimmt hatte. Es war bereits Dunkel als wir den Fisch versorgten und Fotos gemacht hatten. Die Mücken waren bei dem Licht der Fotos nicht weg zu bekommen und so ging alles um so schneller. Wahnsinn, schon jetzt wurden wir entschädigt für den schlechten Start der Session. Die Rute legte ich wieder ab und der Rest der Nacht verging sehr schnell. Ich schlief diese Nacht sehr schlecht, denn jede Stunde wurde es kälter, es fing wieder an stark zu regnen und am nächsten Morgen um 8 Uhr hatten wir nur noch 9 Grad. Das Wasser dampfte und nun fing auch noch der Wind an und es fühlte sich noch kälter an. Jedoch wusste ich das dies uns in die Karten spielen könnte.

Ich angelte immer schon gerne bei Regen und hier hatte ich schon Top Fische an Land führen können. Beim Frühstück plötzlich ein Piepser, ein zweiter Piepser von meinem Fox Bissanzeiger, wieder war es die gleiche Rute beim Schilf. Jedoch war es das auch schon wieder. Nach ca. 1 Minute wieder ein Piepser und ich sah auf die Rute und bemerkte das die Rute mehr gespannt war und ich entschloss mich zur Rute zu gehen. Ganz leicht bog sich der Blank meiner Rute einmal mehr und einmal weniger. Mir war klar was da gerade am Gewässerboden passierte, daher nahm ich die Rute auf und ging auf Spannung. Ich spürte widerstand jedoch bewegte sich der Fisch nur ganz langsam ins tiefere Gewässer und so musste ich ins Boot um so schnell wie möglich über den Fisch zu kommen. Ich war nun genau über den Fisch jedoch zeigte der Fisch immer noch keine Fluchten, sondern zog mich mit dem Boot sehr langsam, aber doch über den See. Lange konnte ich den Fisch nicht hochpumpen und er spielte mit mir. Hier war mir klar das es einfach nur ein guter Fisch sein kann. Das Spiel beendete ich nach ca.20min und konnte einen massiven fast schon schwarzen Spiegler landen. Meine Knie zitterten da ich wusste das dies meine neuer PB sein wird. Am Ufer angekommen versorgte ich den Fisch und nun kam der spannende Moment mit der Waage. YES…… i did it!!

Vor Freude schrie ich auf den es hat sich bewahrheitet und er lag vor mir. Zu diesem Zeitpunkt öffnete sich kurz die Wolkendecke wie abgemacht um das tolle Ereignis festzuhalten. Es wurden tolle Bilder gemacht, auch im Wasser und ich war erleichtert und lies den schwarzen Spiegler wieder frei. Besser kann man den zweiten Tag nicht beginnen und wieder einmal mehr war es das SweetGoldHNV Boilie was mir diesen Erfolg brachte. Jetzt war erst einmal Ruhe und Runter kommen angesagt und Revue passieren lassen, was da gerade geschehen ist bei einer Tasse Kaffee. Wieder machte ich mir einen RobinRed Method Mix ab und fuhr jeden Spod an um zu füttern. Alle anderen Ruten blieben auch am 2 Tag ohne Fisch. Warum auch immer, ich kann es mir auch nicht erklären. Am späten Nachmittag wieder ein Mega Run auf der Schilfrute und als ich den Fisch aufnahm, war er nicht zu halten und riss mir die Schnur nur so runter und sofort war ich im Boot und verfolgte diesen Fisch. Viele Gedanken gehen mir da durch den Kopf bei solchen Runs. War er noch größer, war er kleiner und hat mehr Power, ich hoffe ich sehe den Fisch und verliere ihn nicht. Diese Gedanken kennt sicher jeder von Euch. Es war definitiv einer der stärksten Drills was ich je bei einem Karpfen hatte und ich nahm ihn schon gut ran. Da dieser See sehr klar ist konnte ich ihn schon aus ca. 3m Tiefe sehen, zwar nur was Dunkles, aber je höher er kam um so größer wurde er. Wie lang der Fisch wirklich war sah ich dann erst beim Keschern.

Wieder war es ein sehr guter Fisch, Kampfstark mit einem schlanken, bulligen Körper. Er war zwar etwas kleiner als mein PB zuvor aber dennoch ein massiver Carp. Mir fehlten die Worte, zwei so tolle Fische in so kurzer Zeit. Einfach nur geil und wieder SweetGoldHNV was zugeschlagen hat. Nach einigen Fotos auch im Wasser verabschiedete ich mich von diesem Fisch und brachte den Hakenköder wieder an dem Spod der mehr als Gold wert war. Auch der Regen war nun ganz vorbei und die Wolkendecke öffnete sich mehr und mehr. Die nächsten Tage sollen wärmer und ohne Regen werden. Die nächsten Stunden am Wasser verblieben dann ruhig und immer wieder kamen mir die Gedanken was sich heute an diesem Tag abgespielt hat. Extrem Glücklich viel ich dann in den Schlaf als ich Nachts durch ein rascheln wach wurde. Irgendwas ging da draußen gerade vor sich. Ein Tier, was sich an meinem 10kg Sack Mais rann machte, zog und riss wie verrückt daran. Neugierig und Leise versuchte ich mich aus dem Bivvy zu schleichen, jedoch war ich nicht der einzige was wach wurde, denn auch mein Pitpull wurde wach und machte einen Knurrer und so verschwand das Tier als ich draußen war. Keine Ahnung was es war, aber sicher nichts kleines, denn es hat den 10kg Sack Mais 10 Meter über die Böschung rauf ins hohe Gras gezogen. Mein Hund wollte hinterher jedoch hielt ich ihn davon ab und wir legten uns wieder schlafen. 6 Uhr morgens weckte mich der Fox Bissanzeiger und ich konnte einen schönen Schuppenträger vom Ufer aus drillen und sicher landen was wieder auf der Schilfrute kam. In den nächsten Tagen liefen noch einige Carps an was ich dann meinen Kids drillen lies die jede Menge Spaß daran hatten. Von Fisch zu Fisch konnten sie mehr und mehr lernen und wie aus dem nichts verlief die Woche sehr schnell. In der letzten Nacht hatten ich dann noch einen Run auf einem anderen Spod auf dem Black Tuna Boilie welchen ich aber kurz vor dem Kescher verlor. Das ist eben Angeln und auch die Fische sollen Ihre Chance haben. Nach dem Frühstück haben wir begonnen alles abzubauen und für 11 Uhr am Vormittag war mit dem Besitzer ausgemacht das er uns vom Platz abholte. Ich erzählte ihm von unserem Erfolg und er freute sich ebenso mit uns mit. Dieser Baggersee mit einer Größe von 26ha sieht mich definitiv wieder. Ich denke hier wäre es Interessant das Aquatic Baits Teamfischen 2019 zu machen. Die Anreise lohnt sich auf jeden Fall, denn dieser See versteckt noch einige gute Fische und was mir besonders gefällt das es noch Natur pur ist. Auch um sein Auto und Tackle braucht man hier keine Angst haben denn der See ist Rund um die Uhr bewacht. Fazit der 6 Tage. Schlechter Anfang mit perfekter Session und wir konnten in dieser Zeit 23 Fische landen, die alle makellos waren.

Bis bald und ein kräftiges Petri Heil an alle die am Wasser sind.

Moser Günter